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(ungekürzt, japanisch, nur japanische Untertitel)


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Filmflausen
Godzilla - Final Wars
Godzilla - Final Wars
Japan 2004 - Regie: Ryuhei Kitamura
Musik: Keith Emerson, Akira Ifukube, Nobuhiko Morino, Daisuke Yano
Bildformat: 2.35:1 (Farbe)
Kaum ein Godzilla-Streifen hat bereits im Vorwege für derart viele Spekulationen und Wirbel gesorgt, wie der (angeblich) letzte von der Toho-Produktionsgesellschaft in Szene gesetzte 28. Godzilla-Film "Final Wars". Teurer als alle vorangegangenen sollte er sein, mehr Monster und mehr Action bieten als jeder andere Godzilla-Film - und dem Franchise damit weltweit ganz neue Märkte erschließen. Angeblich sollten gar die Special Effects diesmal von einem US-Unternehmen getrickst werden, was gerade bei Altfans (wie mir ) nicht gerade auf Gegenliebe stieß. Außerdem entschloss sich die, sonst eher konservative, Toho zu einem erstaunlich mutigen Schritt, als sie den Kultfilmer Ryuhei Kitamura mit der Regie beauftragte und ihm praktisch völlige kreative Freiheit gewährte.

Das Ergebnis war ein Film, der die Fans des Großen Grünen in zwei ziemlich strikt getrennte Lager teilte... Die Hardcore-Fans des Monster, die nach wie vor Godzilla als hehre Filmkunst sehen, sahen sich verraten von der "Mischung aus mies inszeniertem Kinderfilm und Matrix-Abklatsch". Die anderen Fans, vor allem solche, die mit den herrlich naiv-verrückten Showa-Godzillas aus den späten 60er und frühen 70er Jahren aufgewachsen sind, freuten sich dagegen diebisch, dass "Godzilla endlich wieder rockt und einfach Spaß macht". Um es ganz deutlich zu sagen: Ich gehöre zur zweiten Kategorie und liebe diesen Film daher wie kaum einen anderen der modernen (nach 1984) Godzilla-Filme!

So grellbunt und voller knalliger Action war seit "Frankensteins Höllenbrut" und "King Kong gegen Godzilla" definitiv kein anderer Riesenmonsterfilm mehr - und kaum ein anderer machte soviel Spaß. Gerade die Millenniums-Godzillas hatten mich mit ihrer bierernsten und gestelzten Art meist gelangweilt, an die Faszination der neuen Gamera-Filme kam meines Erachtens keiner (nicht einmal Kanekos GMK) auch nur ansatzweise heran. Natürlich kann man bemängeln, dass "Final Wars" sich mit seinen Martial Arts-Sequenzen mutierter Zukunftssoldaten über weite Strecken eher wie ein "Kamen Rider"-Film "anfühlt", aber damit hatte ich ehrlich gesagt keinerlei Problem.

Ebenso wird immer wieder kritisiert, dass die Monsterkämpfe zu kurz sind und viele Monster nur als Kanonenfutter dienen - aber dafür machen sie Spaß und langweilen nicht einen Gedanken lang! Anstatt wie in den Millenniums-Godzillas die Kämpfe endlos auszuwalzen und statt Spannung letztlich Gähnen zu erzeugen, geht es hier so rasant zu Sache, dass einem die Spucke wegbleibt und auch das wiederholte Anschauen des Films immer wieder Spaß macht. Wenn der stinksaure Godzilla gegen Ende aus seinem Eisgefängnis befreit wird und als alles vernichtende Urgewalt eine Schneise durch die Armee der Monster zieht, dann lacht das Herz des Godzilla-Fans, der sowas schon damals im Kino an der Ecke in der Samstagnachmittagsvorstellung nur zu gern erlebt hätte! Dazu kommen dann noch die langen und liebevollen Huldigungen an "U2000 - Tauchfahrt des Grauens" und "Der große Krieg der Planeten"; wenn die Gothen (= U2000) zu Beginn gegen Godzilla kämpft (und siegt!), und ihre aufgemotzte Variante Jahre später die goldene Riesensseschlange Manda zerlegt, dann ist das einfach quietschbunte, (Spielzeug)modellastige Monsteraction, wie das Kind im Manne sie am liebsten hat! Und genau wie im "Großen Krieg der Planeten" rammt sich die Gothen mit ihrem riesigen Bugbohrer am Ende in das Raumschiff der Fremden - wie schön so etwas noch mal erleben zu können!

Wer zudem Regisseur Kitamura unterstellt, er hätte die Actionszenen bei Matrix abgekupfert, hat vom Asiua-Kino der letzten Jahre schlicht keine Ahnung! Die "Diebe" waren schließlich die Matrixmacher, die sich z.B. bei "Black Mask" mehr als üppig bedienten und lediglich die Technik dank üppiger Budgets perfektionierten. Und selbst wenn abgekupfert wird - besser gut geklaut als schlecht erdacht - hat bei Matrix ja auch funktioniert Allenfalls die Szenen mit Godzills Sohn Minya wirken aus meiner Sicht etwas deplatziert und aufgesetzt und nehmen dem Film an den betreffenden Stellen leider das Tempo (Zeit wieder zu Atem zu kommen )... Zudem ist Godzillas Sohn am Anfang leider nur Menschengroß. Aber das kann meine gute Meinung über diesen Film auch nicht mehr trüben.

Die Story: Gewaltige Monstren bedrohen immer wieder die Menschheit. Um die Städtezetrampler in ihre Schranken zu weisen, wurde nicht nur eine Armee von Super-Kampfmutanten rekrutriert, sondern auch mehrere gewaltige Flug-U-Boote konstruiert, von denen die Gothen das mächtigste ist (hierzulande kennen wir sie als U-2000). Der Gothen gelang es auch, Godzilla, das gefährlichste aller Monstren, im Eis der Artis zu begraben.
Viele Jahre später sammeln sich plötzlich die Monstren der Erde zum Generalangriff gegen die Menschheit! Zum Glück tauchen ebenso plötzlich technisch weit überlegene Außerirdische auf, die die Monstergiganten freundlicherweise wegbeamen. Außerdem warnen sie noch vor dem glühenden Planeten Gorath, der mit der Erde kollidieren wird, wenn die Menschheit ihn nicht in gemeinsamer Anstengung vernichtet. Doch der Japan-Trash-Fan weiß natürlich, dass diese Außerirdischen nichts gutes im Schilde führen können. Und so kommt es wie es kommen muß: Die Außerirdischen entpuppen sich als galaktische Viehzüchter - und die Menschen als das Vieh, das von ihnen vor vielen Jahrtausenden gezüchtet wurde. Da die Menschen sich aber nicht so einfach in ihr Schicksal fügen wollen, werden die Monster losgeschickt, um die Zivilisation zu vernichten - und hunderte von schwerbewaffneten UFOs unterstützen sie dabei. Als alles verloren scheint, bleibt nur noch ein letzter Weg: Godzilla muß aus seinem eisernen Gefängnis befreit werden, um die Invasoren zu vernichten...

Wenn ein Film, von dem ich nicht ein einziges Wort verstanden habe (ich hatte zunächst nur die Thailand-DVD mit japanischem Ton), mich so vorzüglich unterhält, muß er schon verdammt viele Schauwerte auf die Leinwand bringen - und das tut "Final Wars" definitiv, wenngleich er eben wahrlich nicht jedermanns Geschmack treffen würde. Ich behaupte einfach mal, dass "Godzilla - Final Wars" in einigen Jahren einen ähnlichen Stellenwert bei den Fans haben wird, wie "Invasion aus dem Innern der Erde" und "Roboter der Sterne": Ein idealer Paertyfilm, teuer produzierter Trash für große und kleine Kinder, aber nichts für Fans, die ihr Lieblingsmonster ernst genommen wissen wollen. Eines muß ich allerdings noch anmerken: Final Wars ist ein Film, der auf dem kleinen Fernseher einfach nicht richtig funktioniert und erst auf einer großen Leinwand seine ganze wild-naive Pracht entfaltet!

Noch ein paar Worte zur deutschen DVD - denn eigentlich sollte dieser Film (wie sonst üblich) als "DVD des Monats" präsentiert werden, läuft nun aber als "Film des Monats". Der Grund ist ganz einfach der, dass Splendid sich bei dieser DVD einen ganz argen Schnitzer geleistet hat! Regisseur Kitamura hatte nämlich den Film in vielen Szenen ganz bewußt mit sehr starken Farbfiltern versehen, sodass manche Szenen fast nur aus Blau- oder Rottönen bestanden. Bei Splendid hat man nun leider an diesen Stellen extrem stark eingegriffen, sodass nun die einst blauen Sequenzen plötzlich fast monochrom (also Schwarzweiß) wirken; dabei sind Konturen teils noch von einem gelblichen Saum umgeben. Wer den Film also so sehen möchte, wie der Regisseur ihn sich vorgestellt hat, muß zur US- oder Japan-DVD greifen. Dazu kommt noch, dass auch die Kontraste und Schwarzwerte etwas flau ausfallen.

Dennoch macht auch die DVD von Splendid mir Freude - nicht zuletzt aufgrund der wirklich sehr gelungenen Synchronisation. Schade nur, dass beim Bild derart gepatzt wurde. Darum also diesmal nur "Film des Monats".
Darsteller:
Don Frye (Captain Gordon), Masahiro Matsuoka (Shinichi Ozaki), Rei Kikukawa (Miyuki Otonashi), Kazuki Kitamura (Controller des Planeten X), Akira Takarada (Naotaro Daigo), Kane Kosugi (Katsunori Kazama), Kenji Sahara (Hachiro Jinguji), Kumi Mizuno (Akiko Namikawa)

 

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